Zeitenwende statt Karneval

Potpourri Februar 2022


Die Zeitenwende ist da. Nicht nur weil das Potpourri erstmals nicht am Monatsletzten, sondern einen Tag später erscheint. Sondern wegen der Entwicklung, die dem zugrunde liegt: Der Februar drehte am Ende durch und warf den Rückblick über den Haufen.

Dabei wirkte zunächst alles wie der ganz normale Wahnsinn: Die Omikron-Welle erreichte ihren Höhepunkt und flaute ab – für die Virus-Frühjahrsbelebung setzte sich aber die Bewegung „Freie Bahn für Deutschlands Pandemie“ ein, abgekürzt FDP.

Aktuelle Narrenvarianten hätten unterdessen schöne neue Karnevalslieder ergeben: „Da war’n wir dabei, dort in China, Viva Olympia“, wäre die moderne Version des Höhner-Songs gewesen. Nicht überzeugend dagegen: „Wir lassen die Wehr in Mali, denn da gehört sie hin.“ Da singen die Franzosen nicht mehr mit. Und auf den Hit „Wer soll das bezahlen?“ließ sich die Ampel-Polonäse sehr schwer tanzen.

Doch all diese Karnevalsspäße wurden in den Schatten gestellt durch einen gewissen Wladimir P. (Name aus Sanktionsgründen nur abgekürzt). Er trat zunächst in seinem Kostüm „lupenreiner Demokrat“ auf, einst liebevoll geschneidert von Altkanzler Gerhard Schröder. Und dass er als Kreml-Herrscher Truppen an der Grenze zur Ukraine aufmarschieren ließ, war angeblich nur eine Art Schunkeln mit Panzern.

Weil das aber nicht wie ein Jeckenumzug wirkte, verhandelte Bundeskanzler Olaf Scholz mit Wladimir P. – und zwar an einem Tisch, der gefühlt länger war als der ganze Februar. Doch er gab seine DNA nicht für einen russischen Coronatest her. Sehr klug! Sonst wäre 25 Jahre nach Klonschaf Dolly vielleicht Klonkanzler Olaf entstanden. Eine sedative Waffe, die nicht in fremde Hände geraten darf! Das bedeutet aber nicht, dass auf russische Schnelltests generell kein Verlass ist. So zeigt der Nachweis von Nowitschok im Blut sofort an: Das ist ein Oppositioneller.

Inzwischen aber gehört für Wladimir P. das gesamte Ausland zur Opposition, will es doch nicht freiwillig Russland beitreten. Daher griff er schließlich die Ukraine an – und die Reaktion des Deutschlands folgte auf dem zunächst eingeschlafenen Fuß. So soll die durch Pannen bisher eher zur Unterhaltung beitragende Bundeswehr tatsächlich ausgerüstet werden – für Einsätze jenseits der harten Kontaktnachverfolgung im Gesundheitsamt!

Denn die politische Erkenntnis, dass ein brutaler, machthungriger Despot lügen kann, ist eine Zeitenwende. Wobei Wladimir P. sich bestimmt missverstanden fühlt. Zwar zerstört seine schreckliche „Friedensmission“ den Frieden in Europa. Gemeint war aber vielleicht: Sie dient seinem inneren Frieden als Diktator.

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