Vorsicht vor den Waffenpocken

Potpourri Mai 2022


Ist da draußen noch jemand wach? Wahrscheinlich nicht. Denn in diesem Mai grassiert nicht nur die Frühjahrsmüdigkeit, viele sind auch kriegsmüde und pandemiemüde. Und manchmal sogar zu müde, um beides voneinander zu unterscheiden.

Aus der Pandemiemüdigkeit wurde Deutschland nur kurz aufgeweckt durch den neuen Virentrend Affenpocken. Sehr schockierend! Denn diese wurden auf Sexpartys übertragen, es gibt viele Fälle in Großbritannien – und dennoch haben sie ihren Ursprung angeblich nicht in den berüchtigten Feiern von Boris Johnson.

Und wer weiß, vielleicht gibt es ja längst Waffenpocken! Deswegen verordnet die kriegsmüde Bundesregierung erst mal vielen Waffen auf unbestimmte Zeit Quarantäne – damit sich in der Ukraine niemand ansteckt. Und Verteidigungsministerin Christiane Lambrecht prüft derweil mit ihrem Sohn auf Sylt, ob die Insel bald gegen die Invasion der 9-Euro-Ticket-Inhaber verteidigt werden muss. Vorbildlich!

Dennoch wird die Ukraine nicht müde, einen Besuch der angeblich „beleidigten Leberwurst“ Olaf Scholz zu fordern – sehr unpassend, wo diesem doch einst „schlumpfiges Grinsen“ attestiert wurde. Wie gut, dass Wolfgang Kubicki da umgehend klarstellte: „Scholz ist keine Wurst, er ist der Kanzler.“ Diese Erkenntnis ist zwar nicht die kopernikanische Wende - die Erde dreht sich um die Sonne. Aber dafür die kubickianische Wende – die FDP stellt sich mal hinter den Bundeskanzler.

Das konnte allerdings nicht verhindern, dass die SPD bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen gegen die CDU verlor. Immerhin gibt es für die Genossen einen müden Trost: Sie haben immer noch besser abgeschnitten als Deutschlands Kandidat Malik Harris beim Eurovision Song Contest in Turin – denn es lag noch jemand hinter ihnen.

Vielleicht ist die SPD ja schon regierungsmüde, weil alles so kompliziert wird: Kaum sagt sich die Bundesregierung mühsam von Russland los, da kommt durch die Xinjiang Police Files der Verdacht auf: Auch der größte Handelspartner China ist gar keine lupenreine Demokratie. Wer konnte das ahnen? Glücklicherweise haben wir ja für Energie, Strategie und Rüstungslieferungen Partner, die bei Menschenrechten über jeden Zweifel erhaben sind: Katar, die Türkei und Saudi-Arabien.

Und sollte sich, völlig undenkbar natürlich, nur der kleinste Hinweis auf einen Verstoß zeigen, wird Deutschland den Mund aufmachen und ihnen die Zähne zeigen! Auch wenn das für Laien aussehen wird wie Gähnen.

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