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Rückkehrer ohne Süßholz

4. Okt.
2 Min. Lesezeit

Der August ist vorbei und hat doch gezeigt: Mit dem Sommer ist es wie mit allen Auszeiten. Erst scheinen sie ewig, dann rast die Zeit unverhofft – und plötzlich ist der Weitgereiste zurück. Sogar dort, wo ihn niemand vermisst hat, keiner mehr mag, wo er aber mangels Alternativen aber wieder hinmuss. Die Rede ist natürlich keinesfalls von Kanzler Friedrich Merz, sondern von Harry, früher bekannt als Prinz.

Denn der verlorene Sohn kehrt nun mit Ehefrau Meghan nach Großbritannien zurück. Allerdings lenkte das die Augen der royalen Öffentlichkeit nur kurz von Norwegen ab, wo alle um König Harald trauern. Aber vielleicht holen die Briten nun auf, die in letzter Zeit mit den bewegten Ereignissen in Norwegens Königshaus nicht mehr mithalten konnten. Lange her sind die glorreichen Tage, in denen Harry etwa Nacktbillard spielte. Nun hat er nur noch Meghan, und seitdem zählt nicht mehr sein nackter Po, sondern ihr Podcast – zweifellos eine Weiterentwicklung, aber wohin?

Ebenfalls zurückgekehrt ist Melania Trump. Monatelang hatte sich die First Lady die Betreuung ihres Mannes der hingebungsvollen Assistentin Natalie Harp überlassen. Doch nun hat sie ihren Ekel überwunden und hielt kurz mit ihm vor den Kameras Händchen. Es musste sein. Denn wenn Trump den Lake Ontario in Lake America umbenennen kann, dann vielleicht auch die First Lady in Second Lady.

Wieder da ist auch das Internet – und zwar in zwei Berliner Verwaltungen nach einem Hackerangriff. Wenn jetzt nichts funktioniert, dann wenigstens digital. Rätselhaft scheint allerdings, was da erpresst werden sollte. Was hat Berlin, was andere wollen? Vielen Bundesbürgern fällt da nichts ein, laut Umfrage finden sie ihre Hauptstadt unsexy.

Aber dort wird auch mal gearbeitet. Der Hitzeschutz könnte ins Grundgesetz kommen. Weil viele aber sich darüber die Köpfe heiß reden, ist es vielleicht nur der Hitzkopf-Schutz. Eine kurze Maßnahme gegen die Sonneneinstrahlung gab es aber schon: die partielle Sonnenfinsternis.

Immerhin ließ sich angesichts der August-Temperaturen nicht mehr behaupten, dass der Kalte Krieg sein Comeback feiert. Vermutlich ist es eher ein trockener Krieg mit Drohnen als Trockenübung.

Und klar ist auch: Niemand kehrt als der Mensch zurück, als der er weggegangen ist. „Man kann nicht zwei Mal in denselben Fluss steigen“, wusste schon Heraklit. In diesem August erst recht nicht, dafür waren viele Pegel zu niedrig. Aber auch der Rhein ist zurück – sogar der mit dem Vornamen Boris. Denn Hessens Ministerpräsident wehrte sich gegen die Zuckersteuer.

Nachdem Pläne bekannt wurden, damit auch Süßstoffe zu besteuern, ruderte die Regierung allerdings wieder zurück. Dabei ist diese geniale Idee ausbaufähig. Warum nicht auch Menschen besteuern, die süß aussehen oder Süßholz raspeln? Na gut, wieder unfair, die Regierung selbst wäre da nicht betroffen. Vor allem Merz ist jeden Charmes unverdächtig. Aber sicherlich nur vorausschauend. Denn morgen besteuert er angesichts leerer Kassen vielleicht den ersten Teil der Methode Zuckerbrot und Peitsche.


 
 
 

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