Lifestyle-Teilzeit ohne Kuscheln
- piarolfs0
- 22. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Pias Potpourri vom Januar 2025

Dieses Jahr ist nichts für zarte Gemüter – das hat der Januar gleich unmissverständlich klargemacht. Ob Venezuela, Grönland, Iran oder Berlin: „Die neue Welt ist kein kuscheliger Ort“, stellte Kanzler Friedrich Merz fest. Dabei wirkte er bisher gar nicht so, als ob er gern kuschelt. Anders als CSU-Chef Markus Söder sah man ihn nie Plüschpandas abknutschen. Aber das ist auch gut so.
Schließlich bedeutet Kuscheln Körperkontakt – den meiden inzwischen sogar viele Teenager und warten mit dem ersten Sex, bis das Internet mal länger ausfällt. Und Ökonomen wissen: Körperkontakt führt zu Ansteckungen, telefonischen Krankmeldungen und schadet der Wirtschaft. Allerdings leidet diese laut CDU-Wirtschaftsflügel auch unter „Lifestyle-Teilzeit“. Und wer mit seinen bildschirmgeschädigten Augen noch hinsehen kann, merkt blinzelnd: Das stimmt! Härtefälle, die nicht sanktioniert werden, arbeiten oft sogar monatelang nicht – verbrämen das aber als „Parlamentarische Sommerpause“.
Nur fern von Deutschlands kuschelfreier „Lifestyle-Teilzeit“ arbeitet ein Mann gefühlt rund um die Uhr: US-Präsident Donald Trump. Und schwupps, klappt es auch mit der Wirtschaft. Na gut, viele Preise steigen. Aber einer ist gesunken, zumindest im Ansehen: der Friedensnobelpreis, seit die Venezolanerin Maria Corina Machado ihn Trump überreichte. Überfällig scheint jedoch eine Tauschbörse für Auszeichnungen. Etwa für Berliner: Tausche Hauptstadttitel gegen Kurbelradio. Denn Letzteres ist bei Stromausfällen nützlicher.
Nicht zu tauschen, weil noch nicht verliehen ist dagegen der Titel „World‘s Next Politmodel“. Dieser müsste in einer Show vergeben werden, die die Kaulitz-Brüder noch vor „Wetten, dass..?“ moderieren. Denn zwei Kandidaten brachten sich bereits in Stellung: Venezuelas Ex-Präsident Nicolas Maduro sorgte für Aufsehen mit dem Jogginganzug, den er bei seiner Verhaftung trug – und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron präsentierte beim Gipfel in Davos eine schicke Sonnenbrille. Doch wer ist der Top-Influencer?
Für Macron spricht, dass er in Davos mit am Tisch saß. Arbeitete doch Kanadas Premier Mark Carney einen wichtigen Punkt der Geopolitik heraus: „Wer nicht mit am Tisch sitzt, steht auf der Speisekarte.“ Das ist ein gewaltiger evolutionärer Fortschritt gegenüber „Fressen oder gefressen werden“, zumindest in der Esskultur.
Unwahr ist allerdings, dass dieser Gipfel wegen vieler Trump-Schleimer in „Gipfel von Devot“ umbenannt wird. Und auch der deutsche „Schnellzug“ ICE muss seinen Namen behalten – trotz der gleich geschriebenen brutalen US-Einwanderungspolizei. Das scheint unfair, da der friedliche ICE-Zug niemanden gegen seinen Willen wegbringt, ja viele Wollende nicht mal irgendwohin bringt. Aber vermutlich fallen Züge, die in Schnee-Erwartung liegenbleiben oder nicht starten, gar nicht aus. Sie fahren nur in „Lifestyle-Teilzeit“.




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