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Musterungen für den ESC

Pias Potpourri für den Dezember 2025


Hellseher werden oft kritisiert, weil sie falsch liegen oder ihre Vorhersagen zu vage sind. Das muss nicht sein! Denn wer die richtigen Lehren aus diesem Dezember zieht, weiß genau, was 2026 zu erwarten ist:

Reformen von pflegenden Abgeordneten: Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier – dann steht der Reformer vor der Tür. Dieses Versprechen zog sich durch den Advent, und nun brennt endgültig die Hütte. Aber keine Sorge, 2026 wagt sich die Koalition wirklich an Rente, Gesundheit und Pflege – nur um die Pensionen wird eine Brandmauer errichtet, damit niemand dort kürzt. Spektakulärster Schritt: Zwischen Renten- und Todeseintritt dürfen nur noch drei Monate liegen – die werden benötigt, um alle Formalitäten für das eigene Ableben zu erledigen. Vorher krank zu werden wird zu teuer und daher abgeschafft. Und Politiker gelten 2026 automatisch als pflegende Abgeordnete, müssen sie doch im Wahljahr ihr Image pflegen.

Fragebogen zur ESC-Tauglichkeit: Nach Debatten um Israels Teilnahme am Eurovision Song Contest in Wien kommt es zu einer unverhofften Wende: Der ESC wird nach Grönland verlegt – die USA dürfen teilnehmen und singen mit Dänemark um die Inselherrschaft. Spannung pur! Weil aber Deutschland wieder ganz hinten liegt, greift die Bundesregierung zu drastischen Maßnahmen: Alle ab Jahrgang 2008 inklusive Aktivrentner müssen sich künftig gesanglich mustern lassen. Sogar Ralph Siegel und Stefan Raab werden verpflichtet, einen Fragebogen über ihre ESC-Tauglichkeit auszufüllen. Zu grausam, meinen Menschenrechtler.

Trend zur Kurz-Erfahrung: Weil alle anpacken müssen, um ihren Job bald durch KI zu ersetzen, hat niemand Zeit. Wie praktisch, dass da die Kurz-Erfahrung zum Trend wird. Im Dezember wurden von Sarkozys „Tagebuch eines Häftlings“ in der ersten Woche fast 100.000 Exemplare verkauft. Dabei war er nicht mal drei Wochen in Haft. Nun folgen, davon angespornt, 2026 die nächsten Politiker-Bestseller: „Zehn Minuten konstruktiv“ (Lars Klingbeil), „Zwei Tage ohne Döner“ (Markus Söder) oder „Drei Sekunden still“ (Donald Trump).

Friede auf Erden: Der Fifa-Friedenspreis bringt Trump auf den Geschmack. Er verleiht sich den Friedensnobelpreis, weil dank ihm überall Frieden auf Erden ist – auch wenn die Beteiligten es nicht merken. Aber diese geschulte Wahrnehmung unterscheidet eben den Friedensnobelpreisträger vom Laien. Vielleicht kehrt auch nur der Friede auf Seltenen Erden ein, etwa in Myanmar. Denn ob es nun „Frieden“, „stabile Verhältnisse“ oder „Militärregime“ heißt – Hauptsache, es gibt Rohstoffe.

Die Liebe siegt: Kevin Kühnerts Talkshow zeigt: Niemals geht man so ganz. Auch 2026 werden Politiker ein Comeback feiern, bevor überhaupt jemand merkt, dass sie weg waren. Julia Klöckner und Jörg Pilawa sagen „Ja“ – vielleicht nicht vor dem Traualtar, aber auf irgendeine Frage. Kanzler Friedrich Merz wird, inspiriert von der Eröffnung der Talbrücke Rahmede, im Geiste der Liebe Brücken schlagen. Und sollte er doch mal wieder in ein Fettnäpfchen tappen, befolgt er nur, was sich alle jetzt wünschen: „Guten Rutsch.“

 
 
 

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